Zwei chinesische Staatsbürger in der Ostukraine gefangen genommen – Zelenskyj fordert Reaktion aus den USA und Peking

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bestätigt, dass ukrainische Streitkräfte zwei chinesische Staatsangehörige gefangen genommen haben, die an der Seite russischer Truppen in der Region Donezk kämpften. Ein Video mit den Gefangenen wurde über die offiziellen Kanäle des Präsidenten veröffentlicht.

„Das ist ein beunruhigendes Signal. China ist nach dem Iran und Nordkorea das dritte Land, dessen Bürger Russlands Aggression unterstützen – mit einem entscheidenden Unterschied: Die Chinesen kämpfen bereits direkt auf ukrainischem Boden“, erklärte Selenskyj.

Er beauftragte das Außen- und Verteidigungsministerium, umgehend den Kontakt zur chinesischen Regierung aufzunehmen und eine offizielle Stellungnahme einzuholen. Zudem betonte er, dass die Ukraine keinen Krieg gegen mehrere Länder gleichzeitig führen könne und nun erwarte, dass die USA dieses Thema in erster Linie mit Kiew und nicht mit Moskau besprechen.

Das ukrainische Außenministerium bestellte daraufhin den chinesischen Geschäftsträger ein. Die Beteiligung chinesischer Staatsbürger an der russischen Invasion stelle Chinas angeblich friedliche Haltung in Frage und untergrabe das Vertrauen in Peking als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats, erklärte Vize-Außenminister Sibiha.

Belgien sagt der Ukraine jährlich 1 Milliarde Euro und F-16-Kampfflugzeuge zu

Bei seinem ersten Auslandsbesuch als Premierminister besuchte Belgiens Bart De Wever die Stadt Butscha, bezeichnete Russland als Aggressor und versicherte die weitere Unterstützung der Ukraine. Belgien wird bis 2025 jährlich eine Milliarde Euro für die Verteidigung der Ukraine bereitstellen und hat bereits vier Verträge zur gemeinsamen Waffenproduktion unterzeichnet. Zudem wird Belgien zum größten Lieferanten von F-16-Kampfflugzeugen für die ukrainischen Streitkräfte – die ersten Jets sollen noch dieses Jahr geliefert werden.

Nach dem russischen Raketenangriff auf Krywyj Rih forderte Präsident Selenskyj erneut die Lieferung von Patriot-Flugabwehrsystemen durch die USA und verwies darauf, dass diese ausreichend vorhanden seien.

De Wever rief Europa dazu auf, militärisch und politisch stärker zu werden, um bei Friedensverhandlungen eine Stimme zu haben. „Wer nicht mit am Verhandlungstisch sitzt, landet auf der Speisekarte. Putin glaubt, er könne uns ignorieren, und die US-Regierung zieht es vor, bilateral mit einzelnen Staaten statt mit europäischen Institutionen zu arbeiten. Das ist ein Problem – für Europa, Kanada und andere Verbündete“, so der belgische Premier.

China dementiert Truppeneinsatz – Beweise sprechen dagegen

Chinas Außenamtssprecher Lin Jian dementierte, dass China Soldaten in die Ukraine entsandt habe. Die Regierung fordere ihre Bürger seit Beginn des Kriegs dazu auf, sich aus dem Konflikt fernzuhalten.

Die chinesische Wissenschaftlerin Nonna Kobidze-Chen von der Universität Peking analysierte jedoch das Video der Gefangenen und bestätigte deren chinesische Herkunft anhand ihrer Sprache und persönlicher Dokumente. Ein Gefangener stammt wahrscheinlich aus der Provinz Heilongjiang. Sie betonte, dass es sich vermutlich um freiwillige Vertragssoldaten handle, nicht um reguläre Soldaten der Volksbefreiungsarmee.

Kobidze-Chen verwies auf ähnliche Fälle, bei denen Chinesen aus wirtschaftlicher Not oder wegen des Versprechens auf russische Staatsbürgerschaft in die russische Armee eintraten. Einer der Gefangenen zahlte laut ukrainischen Quellen 300.000 Rubel, um sich über einen Vermittler in Russland einschreiben zu lassen, erhielt seine Ausbildung in der besetzten Region Luhansk und kommunizierte per Übersetzungs-App.

Selenskyj erklärte später, dass sich mindestens 155 chinesische Staatsbürger auf der Seite Russlands befänden, die überwiegend über TikTok angeworben wurden. Ein Gefangener berichtete, dass sich unter den chinesischen Kämpfern auch Personen mit Vorstrafen befänden, die offiziell als Touristen nach Russland eingereist seien.

Das chinesische Außenministerium erklärte, nichts über diese Personen zu wissen, und warnte die Ukraine vor „verantwortungslosen Aussagen“.

Reuters: Chinesische Offiziere mit Zustimmung Pekings im russischen Hinterland aktiv

Laut einem Bericht von Reuters unter Berufung auf amerikanische Geheimdienstkreise hielten sich chinesische Offiziere mit Zustimmung Pekings in russischen Hintergebieten nahe der Front auf, um die Kriegsführung zu studieren. Zudem seien etwa 200 chinesische Söldner auf russischer Seite im Einsatz. Diese hätten jedoch keine formale Verbindung zur chinesischen Regierung und seien militärisch bedeutungslos.