Russland startet neue Offensive in den Regionen Sumy und Charkiw – Ukrainischer Oberbefehlshaber bestätigt

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Russland hat eine groß angelegte Offensive in den Regionen Sumy und Charkiw gestartet – eine Entwicklung, die Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits zuvor angekündigt hatte. Laut dem Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Olexandr Syrskyj, hat sich die Anzahl russischer Angriffe in diesen Gebieten in den letzten Tagen nahezu verdoppelt.

„Trotz aller laufenden Verhandlungen beobachten wir nur eine zunehmende Intensität der feindlichen Offensiven“, erklärte Syrskyj gegenüber Journalisten. Er betonte, dass Russland in den Gebieten Charkiw, Sumy und Tschernihiw eine Pufferzone schaffen wolle. Das Mobilisierungspotenzial Moskaus sei enorm – etwa 5 Millionen Männer könnten kurzfristig einberufen werden, insgesamt seien bis zu 20 Millionen verfügbar.

Syrskyj weist russische Desinformation zurück

Syrskyj widersprach auch einem Bericht der New York Times, demzufolge er während der ukrainischen Gegenoffensive 2023 Brigaden aus dem Süden zur Unterstützung bei Bachmut abgezogen habe. Im Interview mit LB.ua bestätigte er zwar, südlich von Bachmut aktiv gewesen zu sein, jedoch nur mit zwei Brigaden – nicht mit fünf, wie behauptet.

„Wenn wir fünf Brigaden gehabt hätten, wären Bachmut und Soledar wahrscheinlich bereits befreit“, sagte er. Ziel der Operation sei es gewesen, drei zentrale Versorgungsstraßen der russischen Truppen abzuschneiden – was den Feind zu einem Rückzug hätte zwingen können.

Ukrainische Drohne zerstört russischen Langstreckenbomber

Syrskyj bestätigte außerdem, dass die ukrainischen Streitkräfte kürzlich einen russischen Langstreckenbomber des Typs Tu-22M3 mit einer Drohne zerstört haben. Das Flugzeug wurde getroffen, kurz nachdem es gelandet war. Der geschätzte Wert der Maschine beträgt rund 100 Millionen US-Dollar.

Weitere zentrale Aussagen von Syrskyj:

  • Nur vier Personen wussten vorab von der Offensive in der russischen Region Kursk. Syrskyj besuchte persönlich alle beteiligten Einheiten, um den Einsatz zu erklären.
  • Nordkoreanische Soldaten werden weiterhin in Russland ausgebildet und schrittweise in den Krieg eingebunden.
  • Fortschritte gibt es in der ukrainischen Produktion von Artillerie, elektronischer Kriegsführung und Drohnen. Neue FPV-Drohnen mit Glasfaserkabeln von bis zu 20 Kilometern sollen in den nächsten Monaten in größerer Stückzahl einsatzbereit sein – ein klarer Vorteil gegenüber Russland.
  • Russische Militärübungen dienen meist verdeckten Zwecken – insbesondere der Vorbereitung neuer Angriffstruppen.
  • Im Herbst sind gemeinsame Manöver von Russland und Belarus geplant. Die Ukraine warnt davor, dass – wie 2022 – eine Invasion unter dem Deckmantel von Übungen erfolgen könnte.
  • Die Ukraine muss monatlich rund 30.000 Soldaten mobilisieren. Etwa 6 Millionen Männer haben ihre Daten in den Einberufungsämtern nicht aktualisiert. Digitale Systeme sollen helfen, potenzielle Wehrpflichtige schneller zu erfassen.
  • Die militärische Unterstützung durch die USA ist zurückgegangen – der Großteil der Hilfe stammt derzeit aus Europa.

April–Mai: Russland plant nächste Eskalation

Laut Ihor Zhovkva, dem stellvertretenden Leiter des ukrainischen Präsidentenbüros, plant Russland im April und Mai eine neue Offensive – sobald Truppen aus der Region Kursk wieder einsatzbereit sind und Reserven mobilisiert wurden. Angriffe könnten Pokrowsk, Kupjansk, Lyman sowie südliche Gebiete wie Saporischschja und Nowopawliwka betreffen.

Inzwischen verstärkt die Ukraine ihre Verteidigungslinien in der Region Sumy. Es wird erwartet, dass russische Truppen in Richtung des Dorfes Loknja vorrücken könnten. Auch Angriffe auf Charkiw und ein mögliches Eindringen in die Region Tschernihiw gelten als denkbar.

Geringe Erfolgschancen für russische Offensive – Expertenmeinung

Obwohl die Region Sumy als wahrscheinlichstes Ziel eines russischen Vorstoßes gilt, sind die Erfolgsaussichten laut Analysten gering. The Telegraph berichtet, dass Russlands Versuche, mehr Territorium zu erobern, angesichts von etwa 3.000 verlorenen Panzern und 9.000 zerstörten gepanzerten Fahrzeugen kaum Früchte tragen werden.

Neue Angriffe erfolgen meist mit unzureichend ausgebildeter Infanterie – ohne Aussicht auf entscheidende Durchbrüche. Zudem erschwert der effektive Einsatz ukrainischer Drohnen eine russische Truppenkonzentration für größere Offensiven.


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