Kiew, Ukraine – In einem Interview mit dem deutschen Fernsehsender ARD erklärte Kyrylo Budanov, der Leiter der Hauptabteilung für Aufklärung (GUR) des ukrainischen Verteidigungsministeriums, dass Russland sich auf eine neue Offensive in der Region Donbass vorbereitet, die im späten Frühjahr oder frühen Sommer beginnen könnte.
Budanov zufolge planen die Besatzer, sich Richtung Chasiv Yar vorzurücken und dann weiter nach Pokrovsk zu ziehen. Er betonte, dass bis zum Beginn der erwarteten Offensive keine signifikanten Veränderungen an der Front zu erwarten seien.
„Die Situation an der Front ist schwierig, aber kontrolliert“, unterstrich Budanov.
Macht sich die Hilfe der EU bemerkbar?
In Bezug auf die gemeinsame Beschaffung von Artilleriegranaten für die Ukraine durch EU-Länder sagte Budanov, dass er ihre Präsenz an der Frontlinie noch nicht spüre.
„Wir erwarten, dass diese Hilfe in naher Zukunft spürbarer wird“, sagte er.
Ist eine ukrainische Gegenoffensive möglich?
Entgegen der Meinung vieler Experten räumte der Leiter der GUR die Möglichkeit einer ukrainischen Gegenoffensive im Jahr 2024 ein, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen.
„Es ist möglich, aber ich kann jetzt nicht im Detail darüber sprechen“, sagte Budanov.
Gefangenenaustausch: Ist Fortschritt möglich?
Budanov unterstützte auch die Initiative des Papstes für einen „alles für alle“ Gefangenenaustausch, betonte jedoch, dass es vor allem darum gehe, Russland zu überzeugen.
„Ich unterstütze das voll und ganz, lasst es uns tun. Es fehlt nur noch eine Kleinigkeit: Russland zu überzeugen“, sagte er.
Der Leiter der GUR fügte hinzu, dass er derzeit kein Interesse an einer solchen Aktion seitens Russlands sehe.
„Die VAE, nicht die Türkei, agieren derzeit als zentraler Vermittler für den Austausch“, sagte Budanov.