Im ersten Quartal 2024 wurden mindestens sieben russische Raffinerien aufgrund von Angriffen ukrainischer Drohnen stillgelegt. Diese Informationen werden von der Nachrichtenagentur Reuters gemeldet.
Nach Schätzungen der Agentur mussten aufgrund der Angriffe sieben Anlagen die Verarbeitung von 4,6 Millionen Tonnen Öl einstellen, was 7% des Gesamtvolumens entspricht.
Eine der neuesten Raffinerien, die ihren Betrieb eingestellt hat, ist die Kuibyshev-Raffinerie in Novokuibyshevsk, Oblast Samara. Die Anlage wurde in der Nacht vom 23. März von Drohnenangriffen getroffen.
Nach Angaben von Reuters-Quellen stellte die Raffinerie nach dem Angriff den Betrieb ihrer Ölverarbeitungseinheit CDU-5 ein, was zu einer Halbierung der Produktivität des Unternehmens führte.
Der Leiter des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU), Andriy Maliuk, gab bekannt, dass 13 erfolgreiche Angriffe auf russische Raffinerien durchgeführt wurden. Die Operationen werden mit Langstreckendrohnen durchgeführt, und die Ölförderung und -verarbeitung wurden bereits um 12% reduziert.
„Wir haben mehrere erfolgreiche Operationen innerhalb des Feindgebiets durchgeführt. Ich möchte betonen, dass Russland durch den Export von Ölprodukten sein Budget auffüllt: Es macht praktisch ein Drittel ihres Budgets und einen erheblichen Teil des Militärbudgets aus“, sagte er in einem Interview mit ICTV.
Nach diesen Ereignissen entfaltet sich der Ölmarkt in einem neuen Kontext. Der deutliche Rückgang der Produktion von Ölprodukten wie Benzin und Dieselkraftstoff könnte sich auf die Kraftstoffpreise in Russland auswirken und den Export von Rohöl erzwingen, das zuvor raffiniert wurde, was die weltweiten Ölpreise senken und folglich die Einnahmen des Aggressorstaates reduzieren würde. Dies eröffnet auch Möglichkeiten für diplomatische Manöver und Verhandlungen im Energiesektor.
Ukrainische Drohnen bleiben ein wichtiges Instrument im Umgang mit russischen Ölanlagen. Wie lange sie jedoch diesem Druck standhalten können und wie Russland auf diese Angriffe reagieren wird, sind Fragen, die in Zukunft Aufmerksamkeit verdienen. Sicher ist, dass die betroffenen Anlagen viele importierte Teile zur Wiederherstellung benötigen, die aufgrund von Sanktionen nicht an Russland verkauft werden dürfen. Daher könnte ihre Wiederherstellung problematisch sein.