Trotz zahlreicher Dankesbekundungen von Wolodymyr Selenskyj beharren Vertreter der Administration von Donald Trump darauf, dass der ukrainische Präsident den USA nicht „dankbar genug“ für ihre Unterstützung sei. Dies berichtet CNN nach einer Überprüfung der Aussagen amerikanischer Politiker.
Laut der Zeitung hat sich Selenskyj seit 2022 wiederholt beim amerikanischen Volk, dem Kongress und der US-Regierung für militärische und finanzielle Hilfe bedankt. Erst am 12. Februar 2025 sprach er erneut seinen Dank an den US-Präsidenten aus, und auch nach einem jüngsten Treffen im Weißen Haus betonte er erneut seine Wertschätzung für die amerikanischen Partner. Dennoch hielten sich Vertreter der Republikanischen Partei nicht mit Kritik zurück und warfen Kiew vor, Unterstützung zu fordern, ohne ausreichend Dankbarkeit zu zeigen.
Trump und die Rhetorik von Fox News: Beherrscht Amerika die Welt?
Die Debatte über die „Undankbarkeit“ der Ukraine fand Unterstützung in Medien, die traditionell Trump nahestehen. Der Fox-News-Moderator Jesse Watters sorgte für Aufsehen mit der Aussage, dass „wir die Welt beherrschen und die Ukraine nur unser Proxy ist“, womit er auf die Abhängigkeit Kiews von Washington anspielte. Dasselbe Medium hat sich wiederholt mit isolationistischen Parolen hervorgetan und behauptet, die Unterstützung der Ukraine sei eine Verschwendung von Ressourcen.
Bemerkenswert ist, dass Watters für seine provokanten Aussagen bekannt ist: Er hatte zuvor erklärt, dass die USA in Kanada einmarschieren sollten, da es ein „Privileg“ sei, Teil Amerikas zu sein.
Politischer Druck auf Medien: Der Fall „Voice of America“
Der Druck auf Journalisten, die Ereignisse nicht im Sinne der Trump-Administration darstellen, hält an. Der US-Präsidentenbeauftragte Richard Grenell erklärte, dass Journalisten von „Voice of America“ entweder die Politik Washingtons unterstützen oder ihre Posten räumen müssten.
„Das sind keine unabhängigen Journalisten – sie sind Staatsbedienstete, die von amerikanischen Steuerzahlern finanziert werden. Wenn sie die offizielle Politik nicht vertreten können, sollten sie sich einen anderen Job suchen“, betonte er.
Zuvor hatte die New York Times berichtet, dass bei „Voice of America“ interne Untersuchungen eingeleitet wurden, nachdem kritische Artikel über Trump veröffentlicht wurden. Einer der führenden Journalisten des Senders, Steven Herman, wurde während der Prüfung in einen „langen Urlaub“ geschickt.
Der Druck auf unabhängige Medien und die Manipulationen republikanischer Politiker deuten auf eine Verschiebung des politischen Diskurses in den USA hin, was Konsequenzen für die Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen die russische Aggression haben könnte.