Im Hinblick auf eine mögliche Niederlage der Ukraine im Krieg gegen Russland rüstet sich die deutsche Regierung für eine erhebliche Flüchtlingswelle. Laut der Zeitung Welt am Sonntag schätzen deutsche Beamte, dass etwa 10 Millionen Ukrainer das Land verlassen könnten, falls es zu einer Niederlage kommt. Diese Zahl übertrifft die bereits seit dem Beginn der vollständigen Invasion am 24. Februar 2022 ausgereisten 8 Millionen Ukrainer.
Die meisten dieser neuen Flüchtlinge dürften in Westeuropa Zuflucht suchen, wobei Deutschland als ein wichtiges Ziel gilt. Michael Roth, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, betonte die Notwendigkeit, dass die Europäische Union (EU) entschlossener handeln müsse, um die mit einem solchen Szenario verbundenen Risiken zu minimieren.
„Wenn die Ukraine verliert, wird dies eine humanitäre Katastrophe von unvorstellbarem Ausmaß sein“, erklärte Roth gegenüber Welt am Sonntag. „Wir müssen alles Mögliche tun, um dies zu verhindern.“
Trotz dieser Bedenken ist die deutsche Regierung auch der Ansicht, dass die Ukraine in der Lage ist, den Krieg zu überstehen und Verteidigung sowie Stabilität bis Ende 2024 aufrechtzuerhalten. Dieser Optimismus basiert auf den Erfolgen der ukrainischen Streitkräfte bei der Zurückdrängung des russischen Vormarsches sowie auf beispiellosen militärischen und wirtschaftlichen Hilfen, die die Ukraine von westlichen Nationen erhält.