In einem Interview mit der italienischen Zeitung Corriere della Sera äußerte Andrij Jermak, der Leiter des Büros des Präsidenten der Ukraine, Zuversicht, dass die Ukraine weiterhin auf die Unterstützung der USA zählen kann, unabhängig davon, wer bei den US-Präsidentschaftswahlen 2024 gewinnt. Jermak betonte, dass keiner der beiden Kandidaten, Donald Trump oder Joe Biden, Russland den Sieg im Krieg gegen die Ukraine erlauben wird und die militärische Hilfe für Kiew fortgesetzt wird.
Wichtige Punkte aus Jermaks Interview
- Verhandlungen und Russlands Schwäche. Jermak wies darauf hin, dass nach drei Jahren Krieg die Gesellschaft und das Militär erschöpft sind, was die Bedeutung diplomatischer Bemühungen unterstreicht. Die Situation der Kursker Operation zeigt jedoch, dass die russische Seite Schwäche zeigt, was in zukünftigen Verhandlungen zugunsten der Ukraine wirken könnte. Jermak betonte, dass Verhandlungen nur dann beginnen könnten, wenn die Situation vor dem großflächigen Einmarsch im Jahr 2022 wiederhergestellt wird.
- Wiederherstellung der Souveränität auf Grundlage der Grenzen von 1991. Laut Jermak ist es für die Ukraine von entscheidender Bedeutung, ihre international anerkannten Grenzen von 1991 wiederherzustellen. Dies wäre eine der Hauptbedingungen für künftige Gespräche.
- Position zu Putins Aussagen. Jermak machte deutlich, dass die Ukraine nicht auf die Propaganda des russischen Führers eingehen werde. „Es ist mir egal, was Putin sagt. Wir können keinen Frieden auf der Rhetorik derer aufbauen, die diesen Krieg wollten“, betonte er und machte deutlich, dass die Haltung der Ukraine fest bleiben wird.
- Notwendigkeit von mehr Waffen und Handlungsfreiheit. Jermak betonte, dass die Ukraine mehr Waffen benötigt und dass die Einschränkungen für Angriffe auf militärische Ziele innerhalb des russischen Territoriums aufgehoben werden sollten. Dies würde seiner Ansicht nach das Ende der Feindseligkeiten zugunsten der Ukraine beschleunigen.
- Wahlen nach dem Krieg. Der Leiter des Präsidentenbüros versicherte, dass Präsident Wolodymyr Selenskyj klar gemacht habe, dass die Wahlen erst nach dem Kriegsende abgehalten werden, um sicherzustellen, dass jeder Soldat und jeder ukrainische Flüchtling im Ausland das Recht hat, zu wählen. „Selenskyj hat klar gemacht, dass jeder Bürger, unabhängig vom Aufenthaltsort, die Möglichkeit haben wird, zu wählen“, sagte Jermak.
Die Position der Ukraine bleibt klar und konsequent: die Wiederherstellung der Kontrolle über ihr gesamtes Territorium, die Verantwortlichkeit Russlands für die Aggression und die Schaffung von Bedingungen für einen gerechten Frieden. Jermaks Aussagen deuten darauf hin, dass die ukrainische Führung darauf fokussiert ist, die Verteidigungsfähigkeit zu stärken und den Krieg zu ihren Bedingungen zu gewinnen.
Für eine eingehendere Analyse der Rolle internationaler Partner in diesem Krieg, insbesondere Nordkoreas, empfehlen wir den Artikel „Nordkorea tritt dem Krieg an der Seite Russlands bei: Neue Herausforderungen für die Ukraine und die Welt“.