Die Vereinigten Staaten arbeiten offenbar an einem neuen Treffen zwischen dem Sondergesandten von Donald Trump, Robert O’Brien Witkoff, und Vertretern Russlands, um einen Rahmenplan zur Beendigung des Krieges in der Ukraine zu erörtern. Laut CNN sorgt der vorgeschlagene Ansatz sowohl in Kiew als auch bei europäischen Partnern für große Besorgnis.
US-Plan sieht Waffenruhe, Einfrieren der Frontlinie und faktische Anerkennung der Besetzung vor
Wie CNN unter Berufung auf Quellen aus dem Umfeld Trumps berichtet, sieht der amerikanische Vorschlag eine sofortige Waffenruhe, das Einfrieren der aktuellen Frontlinie sowie die faktische Anerkennung der russischen Kontrolle über besetzte ukrainische Gebiete – einschließlich der Krim – vor. Sollte dieser Plan umgesetzt werden, könnte Moskau seine militärisch eroberten Gebiete behalten – ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht und die ukrainische Souveränität.
Diese Vorschläge wurden Berichten zufolge ukrainischen und europäischen Vertretern bei geheimen Gesprächen in Paris präsentiert. Zudem wurden sie in einem Telefonat zwischen US-Außenminister Marco Rubio und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow besprochen.
Ukraine widerspricht Berichten über „90 % Zustimmung“
Das ukrainische Verteidigungsministerium hat Berichte westlicher Medien dementiert, wonach Kiew dem US-Plan angeblich „zu 90 %“ zugestimmt habe. Sky News zitiert eine offizielle Erklärung, in der das Ministerium betont, dass es keine politischen Entscheidungen trifft und auch nicht befugt ist, den Verlauf von Verhandlungen in Prozentwerten zu bewerten.
Diese Aussage widerspricht direkt früheren Meldungen aus den USA, wonach das ukrainische Verteidigungsministerium den amerikanischen Vorschlag nahezu vollständig unterstütze.
Hintergrund: Ein weiterer Versuch, den Krieg zu Russlands Bedingungen „einzufrieren“
Die neue Initiative reiht sich ein in eine Serie von Versuchen aus Teilen des US-Establishments, insbesondere aus Trumps Umfeld, den Krieg „einzufrieren“, anstatt ihn zu beenden. Der vorgestellte Plan würde russische Gebietsgewinne legitimieren und die Folgen militärischer Aggression zementieren.
Moskau versucht seit Jahren, unter dem Deckmantel des Friedens eine neue geopolitische Ordnung zu etablieren – eine Art „neues Jalta“. Nach dem Scheitern der groß angelegten Invasion versucht der Kreml nun, seine Besetzung politisch abzusichern.
Kiew hingegen bleibt entschlossen, die von Präsident Selenskyj vorgeschlagene Friedensformel umzusetzen, die eine vollständige Wiederherstellung der territorialen Integrität, die strafrechtliche Aufarbeitung russischer Kriegsverbrechen und internationale Sicherheitsgarantien vorsieht.
📌 Während der Druck zu Verhandlungen steigt, setzt die Ukraine verstärkt auf das Prinzip „Sieg statt Kompromiss“. Mehr dazu in unserem Beitrag: „Ukraine plant Friedensgespräche ohne Russland: Ein neuer Ansatz zur Beendigung des Krieges“