Selenskyj antwortet Trump: „Putin tut nur so, als wolle er Frieden, weil er Angst vor Ihnen hat“

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte in einem Telefonat mit Donald Trump, dass der russische Staatschef Wladimir Putin keine echten Absichten habe, Frieden zu erreichen. Laut Axios dauerte das Gespräch fast eine Stunde – deutlich länger als frühere Verhandlungen zwischen Trump und Putin.

Wichtige Punkte des Gesprächs

🔹 Bedenken der Ukraine über Trumps Kontakte mit Putin
Trump versicherte Selenskyj, dass er dessen Sorgen über Gespräche mit dem Kreml verstehe, solche Treffen aber für eine diplomatische Lösung als notwendig betrachte.

🔹 Russland spielt ein doppeltes Spiel
Selenskyj erklärte, dass Putin nur das sage, was Trump hören wolle, aber nicht beabsichtige, sich an Friedensabkommen zu halten.

🔹 Unterstützung für eine europäische Friedensmission
Trump sprach sich für die Schaffung europäischer Friedenstruppen aus, die die Sicherheit der Ukraine gewährleisten könnten.

🔹 US-Verhandlungsgruppe
Dazu gehören CIA-Direktor John Ratcliffe und der Berater des Weißen Hauses, Steve Witkoff.

Eine bemerkenswerte Geste war, dass Trump Selenskyj seine persönliche Telefonnummer übermittelte und ihn ermutigte, ihn direkt zu kontaktieren. Der ukrainische Präsident versprach im Gegenzug, Trump den Meisterschaftsgürtel von Oleksandr Usyk zu schenken.

Trump, Putin und China: Ein neues geopolitisches Schachspiel

Trump kündigte an, einen Gipfel mit den Staatschefs Chinas und Russlands zu organisieren, um über eine Reduzierung der Atomwaffen zu sprechen. Am 14. Februar sollen sich Vertreter der USA und Russlands bei der Münchner Sicherheitskonferenz treffen, wo auch eine ukrainische Delegation anwesend sein wird.

Trumps Aussagen über eine mögliche Einigung sorgten jedoch für Aufsehen. Der US-Sonderbeauftragte Keith Kellogg erklärte, dass ein zukünftiges Abkommen möglicherweise den Verlust einiger ukrainischer Gebiete beinhalten könnte – allerdings ohne deren offizielle Anerkennung als russisch.

„Wir haben die sowjetische Kontrolle über die baltischen Staaten nicht anerkannt, obwohl sie damals besetzt waren. Eine ähnliche Entwicklung könnte auch für die Ukraine eintreten“, sagte Kellogg.

Reaktion der Ukraine: Keine Verhandlungen hinter Kiews Rücken

Das Büro des ukrainischen Präsidenten reagierte umgehend auf Trumps Äußerungen. Präsidialberater Mychajlo Lytwyn stellte klar, dass Kiew nicht bereit sei, mit Russland ohne greifbare Vorschläge an den Verhandlungstisch zu treten:

„Mit den Russen setzt man sich nicht an einen leeren Tisch. Und derzeit liegt nichts auf dem Tisch.“

Die Wall Street Journal bezeichnete die direkten Verhandlungen zwischen den USA und Russland als einen Erfolg für Putin, der seit Langem ein solches Gespräch mit Washington über die Ukraine anstrebte. Der Kreml könnte dies als Gelegenheit nutzen, seine eigene Version einer Friedenslösung durchzusetzen.

Münchner Sicherheitskonferenz: Erstes Treffen mit Trumps Team

Die Münchner Sicherheitskonferenz bot die Bühne für das erste Treffen zwischen der ukrainischen Regierung und Vertretern der Trump-Administration. Die Veranstaltung nahm jedoch eine unerwartete Wendung: Der US-Außenminister Marco Rubio musste wegen technischer Probleme mit seinem Flugzeug nach Washington zurückkehren. Sein Deutschlandbesuch wurde mit einem Ersatzflugzeug fortgesetzt.

Während der Konferenz erklärte US-Vizepräsident J.D. Vance, dass die größte Bedrohung für Europa nicht Russland oder China sei, sondern das Abweichen von zentralen demokratischen Werten. Er kritisierte insbesondere die Absage der rumänischen Präsidentschaftswahlen unter EU-Druck und argumentierte, dass dies die europäischen Demokratien schwäche.

Seine Aussagen lösten Empörung unter europäischen Politikern aus. Der ukrainische Abgeordnete Oleksij Hontscharenko sagte dazu:

„Die europäischen Führer waren nicht nur schockiert – sie waren vollkommen… überrascht.“

Selenskyj: „Wir werden keine Vereinbarungen unterzeichnen, die der Ukraine schaden könnten“

Der ukrainische Präsident betonte, dass die Ukraine kein Abkommen ohne ihre Beteiligung zulassen werde. Er erklärte zudem, dass Kiew bereit sei, über die Stationierung von Friedenstruppen nach dem Ende des Krieges zu diskutieren.

Bezüglich eines möglichen Rohstoffabkommens zwischen den USA und der Ukraine äußerte Selenskyj, dass die amerikanische Seite auf einer schnellen Unterzeichnung ohne vorherige Prüfung bestanden habe:

„In der Ukraine liest man zuerst alles gründlich durch“, betonte er.

Laut Reuters war die US-Seite mit den von der Ukraine vorgeschlagenen Änderungen nicht einverstanden, was zur Verschiebung eines Treffens zwischen Selenskyj und Vance führte.

NATO-Mitgliedschaft der Ukraine

Der republikanische Senator Lindsey Graham äußerte sich überzeugt, dass die Ukraine der NATO beitreten werde, falls Russland erneut eine großangelegte Offensive beginne:

„Wäre die Ukraine bereits in der NATO gewesen, hätte Putin 2014 nicht angegriffen. Falls es erneut zu einer Invasion kommt, wird sie sehr schnell Mitglied der Allianz werden.“

Wie geht es weiter?

Trotz diplomatischer Bemühungen ist die Ukraine nicht bereit, auf ihre Gebiete oder Ressourcen zu verzichten. Selenskyj bestätigte, dass er nur dann mit Putin zusammentreffen werde, wenn ein gemeinsamer Plan zur Beendigung des Krieges mit den USA und der EU vereinbart sei.

In den kommenden Tagen wird die ukrainische Delegation die Verhandlungen über Sicherheitsgarantien und internationale Unterstützung fortsetzen. Währenddessen versucht Russland, die direkten Gespräche mit Washington für sich zu nutzen und seine bekannte Strategie der politischen Manipulation weiterzuspielen.