In Deutschland hat die Münchner Sicherheitskonferenz begonnen – eine der wichtigsten globalen Plattformen zur Diskussion internationaler Herausforderungen. Obwohl Russland offiziell nicht an der Veranstaltung teilnimmt, bleibt die Ukraine-Frage zentral. Delegationen der USA, der EU und der Ukraine erörtern aktiv Wege zur Beendigung des Krieges, neue Sanktionen gegen den Kreml und die Perspektiven eines NATO-Beitritts der Ukraine.
USA drängen auf Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland
Vor Beginn der Konferenz erklärte der Sonderbeauftragte von Donald Trump, Keith Kellogg, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Putin direkte Verhandlungen führen sollten. Seinen Worten zufolge sind die Einwände des Kremls bezüglich der „Illegitimität“ Selenskyjs unbegründet, und Russland werde gezwungen sein, ihn als Verhandlungspartner anzuerkennen.
Kellogg wies zudem Gerüchte zurück, wonach Trump angeblich nur ein Abkommen mit Russland anstrebe. Er betonte, dass ohne die Ukraine keine Vereinbarungen möglich seien.
Unterdessen bestätigten die Organisatoren der Münchner Sicherheitskonferenz, dass die russische Delegation in diesem Jahr keine Akkreditierung erhalten habe. Der Vorsitzende der Konferenz, Christoph Heusgen, betonte, dass kein Vertreter der russischen Regierung eingeladen worden sei und die deutsche Regierung ihnen keine entsprechenden Visa ausgestellt habe.
Ukraine stärkt die Partnerschaft mit dem Westen
In München sind bereits der US-Vizepräsident J. D. Vance, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der Präsident des Europäischen Rates António Costa und Trumps Sonderbeauftragter Keith Kellogg eingetroffen. Von ukrainischer Seite nimmt Verteidigungsminister Rustem Umjerow an der Konferenz teil.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und der EU im Bereich des Rohstoffabbaus. Der ukrainische Premierminister Denys Schmyhal betonte in einem Interview mit Politico, dass die Ukraine über 22 der 30 für die EU kritischen Rohstoffe verfüge, darunter die größten Uran- und Lithiumvorkommen Europas. Kiew schlägt der EU eine gemeinsame Rohstoffförderung vor, um die Abhängigkeit von russischen und chinesischen Lieferungen zu verringern.
Selenskyj: Die USA haben keinen klaren Plan zur Beendigung des Krieges
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass er bei Gesprächen mit Donald Trump keinen klaren Plan der USA zur Beendigung des Krieges erkennen konnte. Seinen Worten zufolge sprachen die Parteien über militärische Verluste, jedoch unterschieden sich die Einschätzungen der Ukraine und der USA erheblich.
Der ukrainische Staatschef fügte hinzu, dass weder die USA noch Trump bereit seien, über den NATO-Beitritt der Ukraine zu diskutieren, da dies eine Eskalation durch Russland auslösen könnte. Falls die Ukraine kein Mitglied des Bündnisses werde, benötige sie eine Armee von 1,5 Millionen Soldaten, um die russische Aggression abzuwehren.
Zudem berichtete Selenskyj, dass laut ukrainischen Geheimdienstinformationen Russland zwischen 2.000 und 3.000 nordkoreanische Soldaten in die Region Kursk verlegt. Dies deute auf erhebliche Verluste der russischen Streitkräfte und ihre Abhängigkeit von externen Verbündeten hin.
Ukraine bereitet neue diplomatische Initiativen vor
Präsident Selenskyj kündigte offizielle Besuche in Saudi-Arabien und der Türkei an, bei denen der Gefangenenaustausch thematisiert werde. Dabei stellte er klar, dass keine Treffen mit Vertretern Russlands oder der USA geplant seien.
Der ukrainische Staatschef betonte zudem, dass ein Rückzug der USA aus dem Konflikt Teil von Putins Strategie sei, da ein Zerwürfnis zwischen Amerika und Europa die Unterstützung für Kiew untergraben könnte. Europa sei sich jedoch bereits der Bedrohung durch die aggressive Politik des Kremls bewusst und werde die Ukraine weiterhin aktiv unterstützen.
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