Zentrale Fakten zur Entsendung nordkoreanischer Soldaten nach Russland
Umfang und Zeitplan
Nach Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes plant Nordkorea, etwa 12.000 Soldaten nach Russland zu entsenden. Die erste Gruppe, bestehend aus 1.500 Spezialeinheiten, wurde bereits nach Wladiwostok verlegt. Schätzungen zufolge sollen bis Dezember bis zu 10.000 Soldaten entsandt werden; Berichten zufolge befinden sich derzeit etwa 3.000 Nordkoreaner auf russischen Militärstützpunkten.
Ausbildung und Stationierung
Nordkoreanische Soldaten werden an verschiedenen militärischen Einrichtungen ausgebildet, darunter in Wladiwostok, Ussurijsk, Chabarowsk und Blagoweschtschensk. Die Ausbildung, die etwa einen Monat dauern soll, konzentriert sich auf den Betrieb von Drohnen. Russland beabsichtigt, die Soldaten mit Waffen, Uniformen und sogar gefälschten Dokumenten auszustatten.
Profil der nordkoreanischen Soldaten
Laut dem Wall Street Journal (WSJ) sind die nordkoreanischen Soldaten überwiegend jung und körperlich wenig belastbar. Die meisten verlassen Nordkorea zum ersten Mal; sie wurden bisher hauptsächlich für den Kampf in gebirgigem Gelände ausgebildet. Der südkoreanische Verteidigungsminister bezeichnete sie als “Kanonenfutter.”
Nordkoreanische Waffenlieferungen nach Russland
Seit August letzten Jahres hat Nordkorea umfangreiche Waffenlieferungen nach Russland geschickt, darunter:
- 8 Millionen 122-mm- und 152-mm-Artilleriegranaten
- Etwa 100 Hwasong-11-Raketen
- Bulsae-4-Panzerabwehrwaffen
Internationale Reaktionen
Vereinigte Staaten
Die USA haben nordkoreanische Soldaten als legitime militärische Ziele eingestuft, ähnlich wie russische Kräfte. Der US-Kongress fordert die Biden-Administration auf, “direkte militärische Maßnahmen” gegen Nordkorea in Betracht zu ziehen und sieht die Beteiligung nordkoreanischer Truppen als eine „rote Linie“ für die USA und die NATO an.
Südkorea
Südkorea hat den russischen Botschafter einbestellt, um eine Erklärung zu fordern, und erwägt die Aufhebung seines Verbots für tödliche Waffenhilfe an die Ukraine. Eine südkoreanische Delegation wird voraussichtlich die Ukraine besuchen, um die Situation weiter zu erörtern.
Europäische Union
Die EU diskutiert über die Möglichkeit, europäische Truppen in der Ukraine zu stationieren. Litauen fordert eine Wiederaufnahme der Diskussion über den Vorschlag des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, europäische Kräfte in der Ukraine zu stationieren, während die NATO Optionen zum Schutz des ukrainischen Luftraums von benachbarten Gebieten aus prüft.
Standpunkt der Ukraine
Präsident Selenskyj erklärte, dass Nordkorea Russland hauptsächlich aus finanziellen Gründen unterstütze. Er betonte, dass die Ukraine möglicherweise gezwungen sein werde, in Europa gegen Nordkorea zu kämpfen, und warnte, dass ein Mangel an entschlossenen Maßnahmen der internationalen Partner nur die anhaltende Aggression Russlands begünstige.
Mögliche Folgen
- Der Konflikt könnte durch die Beteiligung weiterer internationaler Kräfte eskalieren.
- Südkorea könnte seine militärische Unterstützung für die Ukraine verstärken.
- Die NATO könnte ihre Strategie zur Unterstützung der Ukraine überdenken.
- Der Konflikt birgt ein zunehmendes Risiko der weiteren Internationalisierung.
Während sich die Situation weiter entwickelt, verfolgt die internationale Gemeinschaft die Ereignisse aufmerksam und bereitet entsprechende Reaktionsmaßnahmen vor.