Angesichts der aktuellen Entwicklungen hinsichtlich der möglichen Genehmigung für die Ukraine, Langstreckenraketen gegen russisches Territorium einzusetzen, haben sich die politischen Spannungen zwischen den USA, Großbritannien, der NATO und der Ukraine erheblich verschärft. Verschiedene Berichte zeigen, dass diese Frage im Mittelpunkt der internationalen Politik und militärischen Strategie der Verbündeten der Ukraine steht.
Kürzlich erklärte US-Außenminister Antony Blinken, dass Washington die Möglichkeit einer Aufhebung der Einschränkungen für die Nutzung amerikanischer Langstreckenraketen durch die Ukraine für Angriffe auf Russland nicht ausschließt. In einem Interview mit Sky News betonte er, dass jede Entscheidung zu diesem Thema auf den Zielen basieren werde, die die Ukraine im Kampf gegen die russische Aggression erreichen möchte. Diese Aussage hat unter Analysten und Journalisten für Diskussionen gesorgt. Axios berichtet, dass während Blinkens Besuch in Kiew möglicherweise eine Genehmigung für den Einsatz von ATACMS-Raketen gegen Russland bekannt gegeben wird.
Neben den USA spielt auch Großbritannien eine bedeutende Rolle. Laut The Guardian hat Großbritannien der Ukraine bereits die Verwendung von Storm Shadow-Raketen für Angriffe auf russisches Territorium erlaubt. Diese Information bleibt jedoch inoffiziell, und eine formelle Ankündigung ist nicht geplant.
Am Freitag, dem 15. September, plant US-Präsident Joe Biden ein Treffen mit dem britischen Premierminister Keir Starmer, um die Möglichkeit zu besprechen, der Ukraine die Nutzung von Langstreckenwaffen für Angriffe auf Russland zu gestatten. Dies teilte US-Außenminister Antony Blinken in einem Interview mit Sky News mit. Die Diskussion zielt darauf ab, die Frage des Einsatzes amerikanischer ATACMS-Raketen zur Verstärkung der ukrainischen Verteidigung und zur Durchführung präziser Angriffe auf wichtige militärische Ziele in Russland zu klären.
Blinkens Besuch sowie der Besuch des britischen Außenministers James Cleverly in Kiew, der für Mittwoch geplant ist, bringt auch die Möglichkeit zur Sprache, die Beschränkungen für Angriffe auf russisches Territorium mit westlichen Waffensystemen aufzuheben. Dies könnte einen neuen Schritt zur Unterstützung der Ukraine im Kampf gegen die russische Aggression darstellen.
Potenzielle Angriffe und strategische Bedeutung der ATACMS
Die ATACMS-Raketen könnten ein entscheidendes Element in der Strategie der Ukraine zur Eindämmung der russischen Aggression werden. Es geht dabei nicht nur um ihre Reichweite, die bis zu 300 Kilometer betragen kann, sondern auch um die Tatsache, dass die USA bislang den Einsatz solcher Waffen gegen Russland aufgrund der Angst vor einer Eskalation des Konflikts eingeschränkt haben. Neueste Äußerungen der Biden-Administration deuten jedoch auf mögliche Änderungen in der US-Politik hin.
US-Außenminister Antony Blinken bemerkte in seinem Interview mit Sky News, dass Washington eine Aufhebung des Verbots für den Einsatz Langstreckenraketen gegen Russland nicht ausschließt. Er unterstrich, dass die USA alles tun, um der Ukraine die notwendige Ausrüstung zum Schutz vor russischer Aggression zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig müsse eine Entscheidung über Angriffe die strategischen Ziele der Ukraine und ihrer westlichen Partner berücksichtigen.
Großbritannien und Frankreich unterstützen Angriffe
Westeuropäische Verbündete, einschließlich Großbritannien und Frankreich, haben bereits wichtige Schritte zur Unterstützung der Ukraine unternommen. So hat Großbritannien früher die Verwendung von Storm Shadow-Raketen für Angriffe auf russisches Territorium genehmigt. Ähnliche Raketen französischer Produktion, die Scalp-Raketen, wurden ebenfalls an die Ukraine geliefert, was die Möglichkeiten der Streitkräfte im Kampf gegen den Aggressor erheblich erweitert.
Dennoch zeigt sich Washington weiterhin zurückhaltend, was die Genehmigung des Einsatzes von ATACMS-Raketen betrifft. Laut The Times könnte die Biden-Administration jedoch unter bestimmten Bedingungen dem Einsatz dieser Raketen zustimmen. Ein wichtiger Faktor für die US-Entscheidungen ist der Wunsch, eine Eskalation des Konflikts und eine direkte NATO-Beteiligung zu vermeiden.
Moskau und Putins Drohungen
Moskau hat seinerseits wiederholt vor „gefährlichen Konsequenzen“ gewarnt, falls Langstreckenwaffen gegen russische Ziele eingesetzt werden. Insbesondere erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, dass Angriffe auf russisches Territorium mit westlichen Waffensystemen als „direkte NATO-Intervention in den Krieg“ gewertet würden. Der russische Diktator Wladimir Putin nutzt weiterhin das Thema Westliche Interventionen, um die NATO-Staaten einzuschüchtern und sie dazu zu bringen, ihre Unterstützung für die Ukraine zu überdenken.
Trotz der Drohungen aus Moskau versteht die internationale Gemeinschaft die Bedeutung der Unterstützung der Ukraine bei ihrem Recht auf Selbstverteidigung klar. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau erklärte ausdrücklich, dass die Ukraine das vollumfängliche Recht habe, alle Mittel zu nutzen, um ihr Territorium und ihre Zivilbevölkerung vor russischen Angriffen zu schützen.
Pentagon und neue Waffenlieferungen
Der Pentagon hat kürzlich einen neuen Vertrag im Wert von 1,2 Milliarden Dollar mit dem amerikanischen Unternehmen Raytheon für die Produktion von verbesserten AMRAAM-Raketen mittlerer Reichweite unterzeichnet, die möglicherweise später auch an die Ukraine geliefert werden. Diese Raketen werden unter anderem für F-16-Kampfflugzeuge verwendet und bieten der ukrainischen Luftwaffe zusätzliche Möglichkeiten zur Bekämpfung der russischen Luftwaffe.
Zu den weiteren Ländern, die diese Raketen erhalten werden, zählen Bahrain, Bulgarien, Kanada, Deutschland und andere NATO-Verbündete. Solche Vereinbarungen bekräftigen erneut die internationale Unterstützung für die Ukraine und den Wunsch der westlichen Länder, im Kampf gegen die russische Aggression zu helfen.
Strategische Angriffe planen
Obwohl bisher noch keine endgültige Entscheidung über Angriffe auf Russland mit amerikanischen Raketen getroffen wurde, erwartet die USA von der Ukraine laut Bloomberg einen detaillierten Plan für solche Angriffe. Die westlichen Länder, insbesondere Großbritannien und Frankreich, sind der Ansicht, dass dies Teil eines umfassenderen strategischen Plans zur Beendigung des Krieges sein sollte. Großbritanniens Premierminister Keir Starmer betonte, dass die Ukraine das Recht auf Selbstverteidigung habe und die Verbündeten weiterhin alle möglichen Mittel zur Unterstützung Kiews einsetzen werden.
Die NATO bleibt jedoch vorsichtig. Wie US-Sprecher John Kirby von der Nationalen Sicherheitsrat erklärte, ist das Weiße Haus nicht bereit, eine Genehmigung für Angriffe tief in Russland hinein zu erteilen, da dies als direkte NATO-Intervention gewertet werden könnte. Russland hat wiederholt Bedenken hinsichtlich des möglichen Einsatzes westlicher Waffen gegen sein Territorium geäußert. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, dass solche Aktionen als Eskalation des Konflikts betrachtet würden.
In dieser Woche sind wahrscheinlich keine endgültigen Entscheidungen über die Nutzung von Langstreckenraketen zu erwarten, da die Führungskräfte später bei der Sitzung der UN-Generalversammlung zusammentreffen werden. Die Situation bleibt jedoch angespannt, da die Ukraine weiterhin zusätzliche militärische Unterstützung von ihren westlichen Partnern fordert.
Erfahren Sie mehr über die Bedrohungen und Herausforderungen im Zusammenhang mit einem möglichen NATO-Russland-Konflikt in unserem Artikel „Zunahme der Gefahr eines direkten NATO-Russland-Konflikts: Neue Herausforderungen für den Westen“.