In einem Interview mit CNN erklärte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba, dass Avdiivka nicht verloren gegangen wäre, wenn die Ukraine rechtzeitig die erforderliche Munition erhalten hätte. Nach seinen Worten führte die Verzögerung bei der Waffenlieferung zum Tod ukrainischer Soldaten, da sie „ihr Leben opfern müssen, während noch über Entscheidungen diskutiert wird“.
Nach Angaben der New York Times hätten während des Rückzugs der ukrainischen Streitkräfte aus Avdiivka bis zu tausend ukrainische Soldaten in Gefangenschaft geraten können. Die von Journalisten befragten Soldaten nannten Zahlen zwischen 850 und 1000 Personen, eine Schätzung, die westliche Beamte für glaubwürdig halten.
Westliche Beamte argumentieren, dass der Abzug der ukrainischen Truppen aus Avdiivka schlecht geplant und zu spät begonnen wurde. Diese Behauptung wirft Zweifel an der Kompetenz der militärischen Führung auf und stellt die Wirksamkeit der Ukraine bereitgestellten Ressourcen infrage.
Dmytro Lykhovoy, der Sprecher der UAF-Gruppe „Tavria“, bestreitet die Gefangennahme Hunderter Soldaten, gibt jedoch zu, dass „eine gewisse Anzahl“ von Soldaten verschwunden ist. Diese Diskrepanz in den Daten verdeutlicht das Chaos und die Verwirrung auf dem Schlachtfeld sowie die Schwierigkeiten bei der Beschaffung zuverlässiger Informationen.
Die Situation in Avdiivka erinnert tragisch an die hohen Kosten des Krieges. Sie unterstreicht auch die Bedeutung rechtzeitiger und effektiver Hilfe für die Ukraine, um ihrer Armee eine erfolgreiche Verteidigung zu ermöglichen.
Der Verlust von Avdiivka selbst mag kein bedeutender strategischer Fehler sein, aber nach Meinung westlicher Experten war der Abzug der ukrainischen Truppen schlecht geplant und begann zu spät. Die Situation wurde weiter durch russische Truppen erschwert, die die Stadt von fast drei Seiten umzingelten. Außerdem berichteten ukrainische Soldaten der New York Times, dass es während des Rückzugs Probleme mit der Kommunikation gab, was dazu führte, dass Kämpfer in Gefangenschaft gerieten oder auf dem Schlachtfeld verwundet und getötet wurden.
Der Sprecher der „Tavria“-Gruppe der UAF, Dmytro Lykhovoy, leugnet die Gefangennahme Hunderter Militärangehöriger und bezeichnet dies als Desinformation, gibt jedoch zu, dass „eine gewisse Anzahl“ von Soldaten verschwunden ist.