Die Zusammenarbeit zwischen dem Westen und der Ukraine im Bereich der Waffenlieferungen erweist sich als unausgeglichen und schlicht unzureichend, argumentiert der ehemalige NATO-Generalsekretär von 2009 bis 2014 und Berater des ukrainischen Präsidenten, Anders Fogh Rasmussen, in seinem neuesten Meinungsbeitrag für The Wall Street Journal.
Die Zahlen erzählen eine deutliche Geschichte: Innerhalb eines Monats hat Nordkorea so viele Artilleriegeschosse nach Moskau geschickt, wie die gesamte Europäische Union es geschafft hat, nach Kiew in einem Jahr zu liefern. Zum Vergleich: Russland produziert jährlich drei Millionen Geschosse, während die kombinierten Bemühungen der Vereinigten Staaten und Europas nur 1,2 Millionen für Kiew aufbringen können. Diese Zahlen verdeutlichen eine beunruhigende Realität, in der die Wirtschaftsmacht der demokratischen Welt gegenüber dem Arsenal der Autokraten in Russland, Iran und Nordkorea nicht ausreicht.
Das Fehlen sofortiger Maßnahmen zur Stärkung der Waffen- und Munitionslieferungen an die Ukraine könnte eine düstere Zukunft bedeuten, warnt Rasmussen:
„Wenn Putin in der Ukraine nicht gestoppt wird, bedeutet das Jahrzehnte der Instabilität und des Konflikts in Europa.“
Nach Ansicht von Rasmussen ist dieser Zustand inakzeptabel und erfordert sofortige Korrekturmaßnahmen. Während wir am Abgrund stehen, hängt die Sicherheit Europas angesichts der ungleichen Verteilung militärischer Fähigkeiten und Munitionslieferungen in der Schwebe.