Der Telegram-Kanal Zigun veröffentlichte Aufnahmen, die angeblich die Bewegung nordkoreanischer Soldaten in der Oblast Kursk zeigen. Berichte über ihre Präsenz in dieser Region werden auch von ukrainischen Soldaten in sozialen Netzwerken bestätigt.
Nach Angaben des Hauptnachrichtendienstes der Ukraine (HUR) wurden nordkoreanische Soldaten in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Ihnen wurde befohlen, auf weitere Anweisungen zu warten, was vermutlich mit der Vorbereitung auf Sturmoperationen zusammenhängt. Es wird angenommen, dass die nordkoreanischen Soldaten in Lkw transportiert wurden, die angeblich Wasser lieferten.
Erste Bestätigungen der nordkoreanischen Teilnahme am Krieg
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte in seiner abendlichen Ansprache, dass es erste Hinweise auf die Beteiligung nordkoreanischer Soldaten an russischen Angriffen in der Oblast Kursk gibt.
„Die Russen integrieren sie in gemischte Einheiten und setzen sie bei Operationen in der Oblast Kursk ein. Bisher nur dort. Wir verfügen jedoch über Informationen, dass sie möglicherweise auch an anderen Frontabschnitten eingesetzt werden könnten. Auch unter diesen Truppen gibt es bereits Verluste“, betonte Selenskyj.
„Friendly Fire“ und erste Verluste
Laut HUR erlitten nordkoreanische Soldaten in der Oblast Kursk ihre ersten Verluste. Erfolgreiche Angriffe ukrainischer FPV-Drohnen verursachten erhebliche Schäden an den gemischten Einheiten, zu denen auch nordkoreanische Soldaten gehören.
Zusätzlich kam es aufgrund von Sprachbarrieren zu einem Vorfall, bei dem nordkoreanische Soldaten versehentlich Fahrzeuge des Bataillons „Achmat“ beschossen. Dabei wurden acht Kämpfer der Kadyrow-Einheit getötet. Insgesamt belaufen sich die Verluste unter nordkoreanischen Soldaten bis zum 14. Dezember 2024 auf etwa 200 Personen, einschließlich Verwundeter und Gefallener.
11.000 Soldaten unter Kontrolle des FSB
Vorläufigen Angaben zufolge befinden sich derzeit etwa 11.000 nordkoreanische Soldaten auf russischem Territorium. In den Gebieten, in denen sie stationiert sind, wurde ein strenges Spionageabwehrregime eingeführt. Mitarbeiter des FSB konfiszieren Mobiltelefone und andere Geräte, um Informationslecks zu verhindern.
Die Beteiligung nordkoreanischer Soldaten am Krieg Russlands gegen die Ukraine zeigt die Zuspitzung der Lage an der Front. Der Kreml sucht nach neuen Ressourcen, insbesondere nach menschlichen, um die katastrophalen Verluste in den eigenen Reihen auszugleichen.