Am Mittwoch, dem 16. Oktober, hielt Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Rede vor der Werchowna Rada der Ukraine. Diese Rede fand besondere Beachtung, da viele Experten, darunter der Journalist Serhij Leschtschenko, glauben, dass dies ein öffentlicher Auftritt war, um Selenskyjs „Siegesplan“ vorzustellen. Dieser Plan sieht die Bitte um die Lieferung zusätzlicher ATACMS- und Storm-Shadow-Raketen vor, mit der zusätzlichen Erlaubnis, Angriffe tief auf russisches Gebiet zu führen, so der Berater des Präsidentenbüros Mychailo Podoljak.
Podoljak betonte, dass dieser Schritt Putins Kalkulationen ändern und den inneren Druck auf den russischen Diktator erhöhen könnte. Er hob hervor, dass der militärische Druck auf die russischen Streitkräfte an den Frontlinien weiterhin wächst. Doch Washington zögert, den Einsatz von Langstreckenraketen auf russischem Boden zu erlauben, da dies als „ernste Eskalation“ wahrgenommen werden könnte.
Während der Rede erklärte Selenskyj, dass der Plan insgesamt fünf Punkte und drei geheime Anhänge enthält. Diese Punkte betreffen geopolitische, militärische, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Aspekte, wobei der erste Punkt die Einladung zur Mitgliedschaft in der NATO ist. Laut Selenskyj war die Tatsache, dass die Ukraine bisher kein NATO-Mitglied war, eine der Hauptursachen für Russlands Angriff. Eine NATO-Einladung könnte einen Wendepunkt für den Frieden bedeuten.
Ein weiteres zentrales Thema der Rede war die Forderung, die Kriegsanstrengungen bis spätestens nächstes Jahr zu verstärken, um Putin nicht die Gelegenheit zu geben, seine Position zu stärken. Die internationale Unterstützung ist für den Erfolg des Plans entscheidend, und Selenskyj betonte, dass die Ukraine nur in enger Zusammenarbeit mit ihren Partnern in der Lage sein wird, den Krieg zu beenden.
Podoljak bestätigte, dass nicht alle Details des Plans öffentlich bekannt gemacht werden, da Teile davon streng militärische Aspekte betreffen. Der Präsident will jedoch, dass die Öffentlichkeit den Kern des Plans versteht, während bestimmte militärische Berechnungen vertraulich bleiben.
Laut Associated Press hat Selenskyj den westlichen Verbündeten eine Frist von drei Monaten gesetzt, um auf die Hauptpunkte seines Plans zu reagieren. Dieser Plan wird als letzter Versuch der Ukraine betrachtet, ihre Position in künftigen Verhandlungen über einen Waffenstillstand zu festigen.
Ein interessanter Aspekt der Debatte war die Rolle der Koalitionspartner Russlands, darunter Nordkorea und der Iran. Nordkorea liefert nicht nur Waffen, sondern auch Arbeitskräfte an Russland. Podoljak warnte davor, dass Putins internationale Allianzen auf diesem Weg weiter gestärkt werden könnten, während andere Länder wie China zögern, ernsthafte Schritte gegen Russland zu unternehmen.
Der Vorsitzende der Werchowna Rada, Ruslan Stefantschuk, erklärte, dass das Parlament den Plan einstimmig unterstützt habe. Er gab jedoch keine weiteren Details preis, da bestimmte Teile des Plans als geheim gelten.
Zum Abschluss der Rede machte Selenskyj deutlich, dass der Plan nicht die vollständige Befreiung aller besetzten Gebiete der Ukraine mit militärischen Mitteln vorsieht. Vielmehr soll Russland dazu gezwungen werden, sich aufgrund der hohen Kosten, die mit der Fortsetzung des Krieges verbunden sind, zurückzuziehen. Friedensvorschläge, die von westlichen Politikern gemacht wurden, lehnt Podoljak ab, da sie seiner Meinung nach nicht umsetzbar sind.
Der politische Experte Oleksandr Charebin warnte davor, dass das Scheitern dieses Plans für Selenskyj gravierende politische Konsequenzen haben könnte. Er bezeichnete den Plan als eine „Golgatha“ für den Präsidenten, die ihm im Falle eines Scheiterns erheblichen Schaden zufügen würde.
Weitere Details zur geopolitischen Lage und zur Bedrohung durch Russland finden Sie in unserem Artikel „Die Bedrohung eines nuklearen Angriffs: Russland bereitet seine Flotte auf einen Angriff auf Europa vor.“ Link zum Artikel.