Donald Trump, der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten, hat erneut behauptet, dass es keinen Krieg zwischen Russland und der Ukraine geben würde, wenn er noch im Amt wäre, ebenso wenig wie den israelisch-palästinensischen Konflikt. Diese Aussage kommt mitten in einem hitzigen Wahlkampf, in dem Trump seinen Gegner, den amtierenden Präsidenten Joe Biden, weiterhin kritisiert.
Trump vermied es, direkt zu antworten, ob er die NATO-Erweiterung gestoppt hätte, um den Krieg zu verhindern, hielt sich jedoch nicht mit Kritik an Biden zurück. Er behauptete, dass Russland keine Pläne gehabt habe, die Ukraine anzugreifen:
„Seit 20 Jahren höre ich, dass der NATO-Beitritt der Ukraine ein Problem für Russland wäre. Ich glaube, das ist der Grund, warum dieser Krieg begonnen hat. Biden hat viele Fehler gemacht, und einer davon war seine Aussage über den NATO-Beitritt der Ukraine. Als ich ihm zuhörte, dachte ich: Dieser Kerl beginnt einen Krieg,“ sagte Trump.
Der ehemalige Präsident wies auch darauf hin, dass es während seiner Amtszeit keine Anzeichen dafür gab, dass Russland die Ukraine angreifen könnte: „Vier Jahre lang hat Russland nicht einmal daran gedacht, anzugreifen. Sobald ich das Weiße Haus verließ, begannen sie, sich entlang der Grenzen zu sammeln. Ich dachte, vielleicht ist Putin nur ein guter Verhandler und nutzt dies als Druckmittel, aber dann griffen sie plötzlich an.“
Trump kritisierte auch Bidens Rhetorik und argumentierte, dass sie den Konflikt nur verschärfe: „Biden sagt verrückte Dinge. Jeder weiß, dass Russland keine NATO-Truppen an seinen Grenzen will, und das war schon vor Putin bekannt. Jetzt höre ich, dass Frankreich kämpfen will. Na, viel Glück dabei.“
Kontext von Trumps Aussagen
Trumps Aussagen dürfen nicht ohne kritische Analyse betrachtet werden. Im Wesentlichen unterstützen seine Worte marginale Ansichten über Einflusssphären, die besagen, dass ein Land das Recht hat, die Politik eines anderen zu diktieren. Zum Beispiel sollte die Ukraine nach dieser Logik dem Kreml gehorchen und Moskaus Forderungen erfüllen.
In der Praxis liegt das Problem jedoch nicht bei der NATO. Nach dem vollumfänglichen Einmarsch Russlands in die Ukraine haben sich die NATO-Grenzen zu Russland nicht aufgrund der Ukraine, sondern durch den Beitritt Finnlands zum Bündnis erheblich vergrößert. Russland setzt seine Aggression ausschließlich gegen die Ukraine fort, während es Truppen von seinen Grenzen zu NATO-Ländern abzieht.
Es ist offensichtlich, dass das eigentliche Problem darin besteht, dass Russland die Ukrainer zwingen will, dem Kreml zu gehorchen, oder sogar in der bloßen Existenz einer unabhängigen Ukraine, die das russische Regime zu zerstören versucht. Trumps Aussagen können daher als Hinweis darauf interpretiert werden, dass er die Ukraine gezwungen hätte, sich Putin zu unterwerfen. Angesichts des erbitterten Widerstands der Ukrainer in diesem ungleichen Krieg ist jedoch klar, dass niemand sie zur Kapitulation zwingen könnte.
Aussichten auf kommende Debatten
Die erste Runde der Debatten zwischen Biden und Trump ist für den 27. Juni geplant. Das zweite Treffen soll am 10. September stattfinden. Die Regeln für die Debatten wurden im Voraus bekannt gegeben, was diesem politischen Duell zusätzliche Spannung verleiht.
Zusätzliche Informationen
Für ein detaillierteres Verständnis der aktuellen Situation an der russisch-ukrainischen Front empfehlen wir Ihnen, den Artikel „Russland verlegt 80% der Einheiten von der finnischen Grenze in den Krieg in der Ukraine: Was das bedeutet“ auf unserer Website zu lesen.